Zum Auftakt der Woche der Landwirtschaft präsentierte Sebastian Herzog, Obmann von Bio Austria, seinen Hof – und seine Ideen zur Zukunft von Bio-Landwirtschaft in Österreich:
Wenn es um Bio-Landwirtschaft geht, dann ist Sebastian Herzog, Kleintödlingbauer aus Leogang und Obmann von Bio Austria, Überzeugungstäter: „Bio ist der wirtschaftlichere Weg in der Landwirtschaft. Und einer, der nicht nur in finanzieller Hinsicht ein Gewinn ist.“

Dementsprechend sieht der Pinzgauer auch die Situation der Bio-Landwirtschaft und ihrer Produkte: „Bio ist gefragt wie nie zuvor, es gibt ein starkes Interesse an Lebensmittel, die möglichst biologisch erzeugt worden sind.“ Herzog, der an seinem Hof auf Milchwirtschaft und Fleischproduktion genauso setzt wie auf Urlaub am Bauernhof: „Dass das so ist, ist nicht nur der Verdienst der Bio-Landwirtschaft und ihrer Verbände.“ Auch der Einzelhandel habe sich stark engagiert, was sich auch in der Preisentwicklung nachvollziehen lasse. Aber: „Das ganze hat nicht nur seine Vorteile.“ Die Entwicklung der verschiedensten Marken und dazu neue Vorschriften seien nicht notwendig: „Es gibt ausgesprochen strenge Richtlinien EU-weit und in Österreich, da ist es nicht notwendig, noch ein I-Tüpferl draufzusetzen.“ Wenn alle Seiten zusammenarbeiten, ließe sich die gesamte Szene über den Dialog sinnvoll weiterentwickeln: „Das ist einer der wichtigsten Faktoren für unsere kleinstrukturierte Landwirtschaft. Wir dürfen nicht stehenbleiben, müssen uns ständig weiter entwickeln und innovativ sein.“
Als Bio-Bauer müsse man eben die richtige Einstellung forcieren: „Jetzt steht wieder die Entscheidung an. Bis diesen Herbst müssen die Anträge für die Betriebsausrichtung erledigt sein. damit bindet man sich bis 2020.“ Wer sich für den biologischen Weg entscheidet, sollte sich das auch bewusst machen: „Wir haben nichts davon jede Menge Biobauern zu haben, aber nur wenige, die auch wirklich den Geist dafür haben.“
Natürlich werde auch genug Schindluder mit dem Begriff Bio betrieben – Herzog: „Ob Bodenhaltung oder der Begriff Bauer an sich – das heißt gar nichts. Nur weil auf der Verpackung eines Brotes Bauernbrot draufsteht, bedeutet das nicht, dass es auch vom Bauern kommt.“ Dazu gibt es bewährte Labels wie Bio Austria: „Auf die kann man sich verlassen. Da ist wirklich bio drin.“
[Pinzgauer Nachrichten]