Energieautonomie ist das Zauberwort und das Ziel von Leogang. Aber statt Photovoltaik gab es ein „Nein“ vom Land Salzburg.

„Wenn du gleich zu Beginn deiner Bemühungen solche Prügel zwischen die Beine geworfen bekommst, wirkt das natürlich schon auch demotivierend“, meinte die Leoganger Bürgermeisterin Helga Hammerschmied-Rathgeb im Gespräch mit den „Pinzgauer Nachrichten“. Schließlich hatten die Leoganger „hehre Absichten“: Die Gemeinde sollte so rasch als möglich energie autonom werden. Dafür hatten sich breite Bürgerschichten ausgesprochen. Und auch in der Gemeindevertretung hatte man diese Absichten gut geheißen. Ziel: Mit Hilfe von erneuerbarer Energie – Hackschnitzel genauso wie Photovoltaik oder Windenergie – sollte sich die Gemeinde vom allgemeinen Strommarkt unabhängig machen können.
Dazu gab es dann in Leogang auch gleich die ersten Vorschläge: Die Hangflächen von drei Bauern wären zur Verfügung gestanden, um Photovoltaik-Anlagen zu errichten. Wobei die Leoganger die Rechnung ohne die Landesumweltanwaltschaft gemacht hatten. Die lehnte das Vorhaben der Gemeinde nämlich kategorisch ab – das passe nicht ins Ortsbild. Hammerschmied-Rathgeb erklärt dazu weiter: „Stattdessen wurde uns empfohlen, die Dächer der Bauernhöfe für die Photovoltaik zu nützen.“ Wobei: „Offensichtlich ist den Damen und Herren nicht bewusst, wie die Dächer unserer Höfe gebaut sind. Abgesehen davon sind sie zumindest von Dezember bis März durchgehend mit Schnee bedeckt.“ In weiterer Folge sollten die Pinzgauer noch die Fläche zwischen Rieglbauer und Badmeisterbauer nutzen: „Das Land Salzburg hat hier einfach nicht praktisch gedacht. Oder sie sind mit den Verhältnissen in den Gebirgsgauen nicht richtig vertraut.“
Projektbeauftragter Bernhard Stöckl ist alles andere als erbaut: „Eigentlich wollten wir eine Vorzeigefläche realisieren – mit einer großen Fläche, an denen auch die Bürger beteiligt sind. Und so auch zu einer Vorzeigegemeinde in Salzburg werden. Nur wenn das Land so dagegen ist, können wir eigentlich gar nichts weiterbringen.“
Momentan liege alles auf Eis: „Wir haben mit Dr. Hopfgartner von der Landesumweltanwaltschaft nicht einmal den Lokalaugenschein durchführen können. Sie lehnte das Projekt aufgrund seiner Einsichtigkeit – die auch Ziel des Vorhabens war – einfach ab.“ Ihr Vorschlag, die Dächer der Bauern zu nützen bringe nichts: „Wir liegen hier in der Schneelastzone 4. Leogang braucht 6,4 Gigawatt Strom, mit Photovoltaik auf den Dächern könnten wir nur 20 Prozent unseres Bedarfs decken.“
Jetzt wird Stöckl zumindest auf seiner eigenen Alm ein 10-kw-Windrad realisieren – um Strom zu gewinnen. Dazu hat die Gemeinde Leogang sogar einen einstimmigen Gemeindevertreterbeschluss gefasst. Um weitere Querschüsse zu vermeiden.
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