Vor gut zehn, fünfzehn Jahren wurde es im Pinzgau erkannt: Mountainbiker sind gute Gäste. Leogang baute Strecken und Anlagen, schaffte sich mittlerweile in der ganzen Bikewelt einen großen Namen, andere Orte zogen nach.

Das Mountainbiken ist populär geworden. In manchen Orten und Regionen sind Biker speziell an den Wochenenden zu Hunderten unterwegs. Und treffen dabei auf eine andere Gruppe, die ebenfalls in den Bergen unterwegs ist: die Wanderer.
Biker genießen es, sich körperlich voll zu fordern und bei hohem Tempo die Berge runterzuglühen. Wanderer lieben den gemächlichen Schritt. Unterschiedliche Geschwindigkeiten verlangen unterschiedliches Terrain. Wenn beide Gruppen auf derselben Strecke unterwegs sind, ist Ärger vorprogrammiert. Deshalb wurden Radstrecken ausgeschildert, doch deren Anzahl scheint nicht mehr zu genügen. Auf Wanderwegen kommt es zunehmend zu Konflikten zwischen Wanderern und Bikern. Nicht unschuldig daran ist so mancher Gastgeber, der sich auf die Mountainbiker spezialisiert hat. Den Gästen soll mehr gezeigt werden als die bekannten Routen, mit Geheimtipps kann man punkten. Also begeben sich Guides auf neue Wege und legen die Spur für ein großes Problem. Denn ihnen folgen sofort weitere Biker. Aus einem einzelnen, der kein Problem wäre, werden mehrere – und irgendwann wird aus einem Pfad oder Wanderweg eine Radstrecke. Eine illegale natürlich. Das schafft Komplikationen: Wanderer, Biker, Förster, Jäger und Tiere kommen sich in die Quere. Aus Leuten, die dem Trubel entfliehen oder die Natur genießen möchten, werden Feinde. Aber es sind nicht nur böse Guides und deren Gäste, auch viele Einheimische fahren illegale Strecken – Verbotstafeln werden ignoriert, scheinen nur dekorativen Wert zu haben. Höchste Zeit, das Problem anzupacken. erwin.simonitsch
[www.salzburgerwoche.com]