Bürgermeister gesucht!
Rücktritt von Helga Hammerschmied-Rathgeb als Leoganger Bürgermeisterin. Die SPÖ sucht ihren Kandidaten nun per Brief. Die ÖVP hat ihren parat.

„Ich werde mich aus der Gemeindepolitik zurückziehen und bei der Bürgermeisterwahl im Frühjahr 2014 nicht mehr antreten“, informierte die Leoganger Bürgermeisterin Helga Hammerschmied-Rathgeb Mittwoch vor einer Woche anlässlich eines Pressegespräches in Zell am See. In den 30 Jahren Gemeindevertretung, davon zehn Jahre als Vizebürgermeisterin und seit dem Jahr 2004 als erste SPÖ-Bürgermeisterin im Land Salzburg, prägte Helga Hammerschmied-Rathgeb die Geschicke der Gemeinde Leogang entscheidend mit.
„Ich habe immer mit sehr viel Freude und Leidenschaft für Leogang gearbeitet. In gemeinsamen Anstrengungen haben wir alle Herausforderungen gemeistert und unsere Gestaltungsspielräume genutzt. So konnten viele Projekte im Sinne der Bevölkerung umgesetzt werden. Die Zeit in der Kommunalpolitik war für mich ein verantwortungsvoller und erfüllender Lebensabschnitt, jetzt ist aber die Zeit gekommen, in der ich mehr Zeit mit meiner Familie verbringen möchte“, erläuterte Hammerschmied-Rathgeb.
Aber: Die SPÖ Leogang hat keinen Kandidaten für die Nachfolge „in petto“: Insofern wird die SPÖ Leogang die Leoganger per Brief zur Kandidatur auffordern. Interessierte können sich bis 8. November 2013 bei der Leoganger SPÖ unter leogang@sbg.spoe.at oder direkt bei Bürgermeisterin Helga Hammerschmied-Rathgeb informieren und bewerben.
Was die ÖVP in Leogang doch seltsam findet: „Wir haben über die Medien erfahren, dass die derzeitige Bürgermeisterin Helga Hammerschied-Rathgeb bei der nächsten Wahl Anfang März 2014 nicht mehr kandidiert und die SPÖ keinen Kandidaten aus den eigenen Reihen aufstellen kann“, erklärt der aktuelle Vizebürgermeister Kornel Grundner. Vonseiten der ÖVP Leogang seien die Weichen jedenfalls frühzeitig gestellt worden. Der ÖVP-Spitzenkandidat für den Bürgermeistersessel ist Josef Grießner. Josef Grießner (49, Landwirt) ist bereits seit 19 Jahren in der Gemeindevertretung bzw. im Gemeinderat tätig und war in den vergangenen Jahren Ortsparteiobmann der ÖVP Leogang. Grundner – seit neun Jahren Vizebürgermeister von Leogang – kann aufgrund seiner neuen beruflichen Herausforderung als Geschäftsführer der Leoganger Bergbahnen GmbH nicht mehr kandidieren.
„Besten Kandidaten gefunden“
Überparteilich. Die SPÖ Leogang hatte ihren Kandidaten für die Bürgermeisterwahl 2014 per Brief gesucht und ist fündig geworden: Adam Herzog wurde präsentiert. „Mir ist nicht Parteidenken oder Klubzwang in der Gemeindevertretung, sondern die positive Entwicklung von Leogang wichtig“, erklärte die scheidende Leoganger Bürgermeisterin Helga Hammerschmied-Rathgeb (SPÖ) im Zuge der Präsentation des neuen Kandidaten, der für die örtlichen Sozialdemokraten die Bürgermeisterwahl 2014 gewinnen soll. Bei dessen Suche ist die SPÖ Leogang ungewöhnliche Wege gegangen. Per Brief war vor einigen Wochen ein engagierter Bürger gesucht worden, der Interesse hätte, als Kandidat anzutreten. Über die Parteigrenzen hinweg – wie Hammerschmied-Rathgeb extra nochmals betonte. Gemeldet hätten sich mehrere, wie SP-Ortsobmann Hermann Unterberger meinte. Man habe sich nach intensiver Diskussion für den 62-jährigen Unternehmensberater Adam Herzog entschieden und damit „den besten Kandidaten“ erhalten.
Herzog hat bei vier großen österreichischen Unternehmen in führender Position gearbeitet und war von 2001 bis 2012 Mitglied der Geschäftsführung der Wietersdorfer & Peggauer Zementwerke GmbH in Klagenfurt. Die Verantwortung galt den kaufmännischen Agenden einschließlich der Vertriebsleitung für die Geschäftssparten, Zement, Kalk und „Baumit“-Baustoffe. Seit Oktober 2012 arbeitet er als selbstständiger Unternehmensberater und auch noch weiterhin als Konsulent für die Wietersdorfer-Gruppe. Gleichzeitig war der Vater von fünf Kindern immer in Leogang ansässig.
Was ihn zu seiner Kandidatur bewogen hatte, fasste Herzog so zusammen: „Mich hat die offene Vorgangsweise und der Brief an die Leogangerinnen und Leoganger angesprochen – vor allem aber die Formulierung, dass nicht das Parteidenken, sondern die Menschen in Leogang im Mittelpunkt stehen.“
Sollte er gewählt werden, will Herzog die Weiterführung der Modernisierung Leogangs in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellen – neben der Obacht auf die Anliegen der Leoganger: von der Modernisierung des Kindergartens über die Sanierung der Freizeitanlage oder die Verbauung der Leoganger Ache bis hin zur Sicherung von Arbeitsplätzen durch die Unterstüzung bei Liftprojekten und des Tourismus.
[Pinzgauer Nachrichten]