Schneekanone Saalbach

Die Pisten der Pinzgauer Skigebiete sind (noch) gut in Schuss – dank technischer Beschneiung. Die Seilbahnen warten dringend auf eine ordentliche Ladung Naturschnee und Minusgrade.
Er ist perfekt gestartet, der Winter. Bereits Ende November konnten die Wintersportler über die Hänge flitzen. Möglich machten das die weit gediehene technische Beschneiung und auch eine Schicht Naturschnee, die sich über die Landschaft des Innergebirgs legte.

Doch dann kam ein Wärmeeinbruch mit starkem Föhn und hohen Plusgraden in den Bergen. Das ließ den Schnee dahin schmelzen. Dennoch schafften es die Verantwortlichen der Pinzgauer Bergbahnen gute Pisten hinzuzaubern, etwa im Skicircus Saalbach, Hinterglemm, Leogang: „Da haben wir schon viel Schlimmeres hinter uns gebracht – die Jahre 2003/04 oder 2006/07 stellten uns wirklich vor Schwierigkeiten, da befinden wir uns jetzt auf einer Insel der Seligen“, sagt Walter Steiner, Direktor der Saalbacher Bergbahnen: „Auf den beschneiten Pisten sind die Verhältnisse sehr gut, oben hat es gerade wieder etwas angezuckert, der Gast merkt im Prinzip gar nichts. Also kein Grund zum Jammern – und irgendwann schneit es sowieso.“
Was auch Katharina Peroutka von den Aberg Hinterthal Bergbahnen AG sagt: „Es ist nur mehr eine Frage der Zeit bis zu den nächsten ergiebigen Schneefällen.“ Auf den Pisten in der Region Hochkönig seien die Verhältnisse für die aktuell herrschenden Witterungsbedingungen sehr gut. Peroutka: „Die Königstour ist durchgehend offen – alles ist bis ins Tal bewältigbar. Natürlich gibt es den einen oder anderen braunen Flecken – aber ansonsten würden wir dieses Wetter, außer bei einem extremen, über mehrere Tage dauernden Föhneinbruch, auch noch einige Zeit durchstehen.“
Willi Leitinger von der Almenwelt Lofer: „Wir haben die Weihnachtssaison den Rahmenbedingungen entsprechend gut bewältigt, die Hauptanlagen und die Pisten sind bis ins Tal in einem guten Zustand. Mit den hohen Temperaturen zu diesem Wochenende gibt es natürlich Schwierigkeiten, aber wir kommen drüber. Mit dem prognostizierten Kälteeinbruch können wir wieder beschneien und sind dann wieder im rein weißen Bereich’.“
Gute Verhältnisse herrschen in der Skiarena Wildkogel, sagt Bergbahnen-Chef Peter Nindl: „Die Abfahrten ins Tal nach Neukirchen und nach Bramberg sind in bestem Zustand, unsere Gäste sind sehr zufrieden.“ Das liegt auch an der Investition für einen zweiten Speicherteich, der mit Saisonbeginn in Betrieb genommen wurde. Alle Pisten konnten bestens beschneit werden, sagt Nindl. Am Berg selbst war die Schneedecke am Dienstag rund 70 Zentimeter hoch. In Betrieb sind – dank technischer Beschneiung – auch die Talanlagen Wennser Gletscher und Preimislift.
Der Chef der Schmittenhöhebahn in Zell am See, Erich Egger, zitiert Gäste: „Es ist unglaublich, wie gut es zum Skifahren geht.“ Das höre er immer wieder, sagt Egger. Die Basis dafür wurde früh gelegt. „Wir konnten Mitte bis Ende November intensiv beschneien, diese Schneeschicht hat auch dem Föhn standgehalten.“ Der starke Wind hatte allerdings zu kurzfristigen Betriebseinstellungen einiger Lifte und Sperren von Pistenteilabschnitten geführt. „Jetzt sind alle Abfahrten bis in Tal offen und gut zu fahren“, sagt Egger, der das Wetter weltweit genau beobachtet. „In Amerika herrscht jetzt ja eine Kältewelle, bei uns messen wir fast täglich Plusgrade. Und das soll bis Ende Jänner so bleiben, heißt es auf einer Internetseite, die eigentlich ganz gut ist. Der Horst Nöbl aus Saalfelden glaubt, dass um den 20. Jänner Schnee bei uns kommen könnte. Es ist auf alle Fälle sehr zäh.“ Auf eines weist Egger dezidiert hin: „Ohne technische Beschneiung wäre die bisherige Saison ein Totalausfall gewesen. Das hätte einen unglaublichen wirtschaftlichen Schaden bedeutet.“
Einschränkungen gebe es nur für Variantenfahrer. „Sie fahren ja abseits der Pisten, und da liegt derzeit kaum Schnee. Uns trifft es weniger, weil wir nur wenige Flächen dafür haben, aber in Gebieten wie Saalbach ist das schon ein Thema.“
[Pinzgauer Nachrichten]